SELTENE ERKRANKUNGEN
Gaucher-krankheit
Die Gaucher-Krankheit ist eine seltene, autosomal-rezessive, genetisch bedingte Störung. Sie wird durch einen Mangel des lysosomalen Enzyms Glukozerebrosidase (auch als saure β-Glucosidase bezeichnet) verursacht und führt zu einer Anreicherung des Substrats Glukosylzeramid. Dieser Prozess kann zu einer Splenomegalie und Hepatomegalie (Vergrößerung der Milz und Leber) und zu Knochenläsionen führen.
Symptomatik
Bei der Gaucher-Krankheit kommt es zu Hepatosplenomegalie (gleichzeitige Vergrößerung von Leber und Milz), Zytopenie, mitunter zu schwerwiegender Knochenbeteiligung und bei bestimmten Verlaufsformen zu neurologischen Schädigungen.
Die häufigste Form der Krankheit (Gaucher-Krankheit Typ 1), bei der es in der Regel zu keinen neurologischen Schädigungen kommt, hat sehr unterschiedliche klinische Verlaufsformen, die von lebenslang asymptomatisch bis zu Manifestation im jungen Kindesalter reichen.
Bei mehr als 90 % der Patienten wird eine mitunter extreme Splenomegalie mit einem Milzgewicht bis zu mehreren Kilogramm mit Bauchschmerzen und aufgeblähtem Bauch beobachtet. Tatsächlich kann dies das einzige klinische Anzeichen sein. Bei einer Milzvergrößerung ist das Risiko einer Milzruptur erhöht, zu der es aber nur sehr selten kommt.
Bei 60 %–80 % der Patienten wird eine Hepatomegalie beobachtet. Es kann auch zu einer Leberruptur kommen, die sich in heftigen Schmerzen im Bauchraum äußert.
Bei einer Knochenbeteiligung kommt es zu akuten Schmerzen in Form sehr schmerzhafter Schübe, sog. Knochenkrisen, vorwiegend im Bereich des Beckens und unteren Gliedmaßen (seltener der oberen Gliedmaßen), und/oder zu chronischen Schmerzen.
Inzidenz
In der allgemeinen Population beträgt die Inzidenz etwa 1/60.000 bis 1/40.000 Geburten und bis zu 1/800 in der ethnischen Population der aschkenasischen Juden.
Behandlung
Das Ziel ist die Behandlung der Patienten, bevor es zu Komplikationen kommt, deren Folgen irreversibel sind und zu Behinderungen führen, wie massive Vergrößerung und Fibrose der Milz, Gefäßnekrose, sekundäre Osteoarthritis, Wirbelsäulenkompression und Wirbelkompressionsfrakturen, Leberfibrose und Lungenfibrose.
Für die Gaucher-Krankheit sind gegenwärtig zwei spezifische Behandlungsoptionen verfügbar: die Enzymersatztherapie (ERT) für die Zufuhr der in den Zellen fehlenden Glukozerebrosidase und die Substratreduktionstherapie (SRT) zur Reduktion des in den Zellen gespeicherten Glukosylzeramids durch dessen verringerte Produktion. Miglustat hemmt die Glukosylzeramidsynthase und verringert dadurch die Glukosylzeramid-Synthese.
Stirnemann J et al. Int J Mol Sci. 2017









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